Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Select Elite - What's inside
Fredstyles
14.04.2011, 20:29
Wer schon immer mal wissen wollte, wie eine Select Elite von innen aussieht:
http://whitelionwindsurfing.blogspot.com/2011/04/select-elites-whats-inside.html
Gruß
Fred
bei so wenig Carbon Inside viel zu teuer! Das kann man besser bauen!!!
HangLoose Michi
Totti-Amun
15.04.2011, 07:11
Was will man erwarten bei dem Preis?
Michi, was hat das mit dem Carbongehalt zu tun?
Lessacher
17.04.2011, 08:49
Auf jeden Fall eine sehr ordentliche Arbeit.Innen nur Längsfäden,was bessere Härte gibt beim Flex. Fehlende Querfäden kommen dem Twist entgegen. Wolfgang
ich finde das die sich dumm und duselig verdienen ohne ordentlich Carbon rein zu packen. Das geht halt besser oder etwa nicht? Wenn ne Finne so bricht dann taucht die nichts!
der wesentliche kostenfaktor bei so einer finne dürfte nicht das rohmaterial sein, sondern arbeitszeit, formkosten, abschreibung etc....
ausserdem ist die finne ja nicht gebrochen, sondern der blogger schreibt ja dass er sie kürzt - brüche sehen anders aus.
also mir gefällt der querschnitt auch recht gut, und die selct finnen liegen ja noch im vertretbaren preisniveau
ich habe im letzten Jahr 3 Finnen gebroche zwischen 26 cm und 36 cm länge 2 von Select mit ein wenig Carbon anscheinend für die Optik und eine schwarze Tabou. Alle brachen unmittelbar an der Box ab. Letztes Jahr waren es auch 3, 2 Lorch da war noch nicht mal Carbon drin die waren nur weiß lackiert wie die Tabou und eine Select. Meist brechen sie bei mir unmittelbar noch dem Absprung, ich denke da wirken die größten Kräfte. In den letzten 30 Jahren waren es bestimmt 25 Stk. alle sind an der gleichen stelle gebrochen. Die mit mehr Carbongehalt hielten meist aus. Sobald ich in der Mitte weißes Gewebe sehe weiß ich was kommt. (;-(
HangLoose Michi
Dr. Spin Out
17.04.2011, 21:54
ich finde das die sich dumm und duselig verdienen ohne ordentlich Carbon rein zu packen. Das geht halt besser oder etwa nicht? Wenn ne Finne so bricht dann taucht die nichts!
Nur zu deiner Information : ein hoher Carbonanteil bedeutet fast immer eine deutlich!!!! höhere Bruchgefahr
Der gezeigte Finnenquerschnitt läßt eine ausgezeichnete Verarbeitungsqualität erkennen. Richtiger Faseraufbau, guter Füllungsgrad, keine Lufteinschlüsse. Ich denke (hoffe), dass zur Basis hin auch der Carbonanteil noch etwas ansteigt, die Schnittstelle ist ja in ca 10 - 15 cm Höhe. An der Basis könnte etwas mehr Carbon den Flex in Grenzen halten.
Was mir auch noch auffällt, da sind eindeutig zu wenig lagen Gewebe und ne Menge Harz. Harz war wohl im Angebot! Versteht mich nicht falsch ich fahre trotzdem weiter Select die meisten halten ja! ;-)
(Carbon ist ein Werkstoff, der es erlaubt, aufgrund seiner Struktur recht leichte und dennoch sehr stabile Bauteile herzustellen. Bauteile aus Carbon bestehen aus Kohlenstofffasern, die in eine Kunststoffmatrix eingebettet werden. Ein hoher Anteil von Kunststofffasern wirkt sich erheblich auf Elastizität und Stabilität der Carbonbauteile.)
HangLoose Michi
Meine Selbstversuch beweisen eindeutig das Gegenteil. (Nur zu deiner Information : ein hoher Carbonanteil bedeutet fast immer eine deutlich!!!! höhere Bruchgefahr) Dann kann die Industrie ja komplett auf Carbon Verzichten prima! Was weich ist bricht nicht hihihi!
HangLoose Michi
Was mir auch noch auffällt, da sind eindeutig zu wenig lagen Gewebe und ne Menge Harz. Harz war wohl im Angebot! Versteht mich nicht falsch ich fahre trotzdem weiter Select die meisten halten ja! ;-)
(Carbon ist ein Werkstoff, der es erlaubt, aufgrund seiner Struktur recht leichte und dennoch sehr stabile Bauteile herzustellen. Bauteile aus Carbon bestehen aus Kohlenstofffasern, die in eine Kunststoffmatrix eingebettet werden. Ein hoher Anteil von Kunststofffasern wirkt sich erheblich auf Elastizität und Stabilität der Carbonbauteile.)
HangLoose Michi
aua
wo du da zuviel harz siehst würde mich schon interessieren, deine kunststofffasern kann ich an einem photo auch ncht erkennen, der doc hat schon recht, und ich glaub du bist im thema faserverbundwerkstoffe nicht ganz so sattelfest wie so manch anderer hier.
zeig mal bruchbilder von deinen finnen und erklär was du an der konstruktion verbessern würdest um den bruch zu vermeiden
Wer schon immer mal wissen wollte, wie eine Select Elite von innen aussieht:
http://whitelionwindsurfing.blogspot.com/2011/04/select-elites-whats-inside.html
Gruß
Fred
sieht doch ordentlich aus.
sieht doch ordentlich aus.
Find ich auch. Sieht danach aus, als wenn man wüsste was man tut.
zum Carbongehalt: Ich würde sagen, docs Aussage ist so generell getroffen schlicht falsch.
Ein hoher Carbongehalt heisst nicht automatisch, das eine erhöhte Bruchgefahr besteht.
Das gilt nicht für boards, nicht für Masten und für Finnen wohl ebenso nicht.
Es steht und fällt alles mit der 'richtigen' Verarbeitung.
Mir gefällt es eigentlich nicht, wenn die Boxenköpfe nur angespritzt werden, sondern sie
müssten komplett mit einlaminiert sein, nur das hält richtig.
(im Formenbau, G10 lasse ich mal aussen vor)
Das jedoch scheint äusserst selten zu sein (ausser bei Customfinnen), kann aber bei Slalom oder Racingfinnen durchaus so sein, denn da gibts ja defacto nur noch tuttle oder bei formula deeptuttle.
Ich habe bisher nur 1 Finne direkt an der Box abgebrochen, war ne 34iger tekknoslalom von 1994 in einer US Box... wurde anstandslos ersetzt.
Grüße
teenie
Winheller-Prototypes
18.04.2011, 13:21
Hallo,
bei Slalomfinnen verwendet man immer eine Matrix aus Glas- und Kohlefasern!
Beispiel: man baut eine Brücke aus Beton. Erst durch eine Armierung mit Stahl wird die Konstuktion fest und stabil. Das gleiche gilt auch für Kohlefaser-Bauteile, die einer ständigen statischen Belastung (Dauerschwingfestigkeit) ausgesetzt sind. Carbon alleine ist viel zu "spröde". Erst durch den Mix mit Glasfasern (wesentlich höherer E-Modul) erreicht eine Finne die notwendige Haltbarkeit.
Wie hoch jedoch der jeweilige Anteil an Kohle- oder Glasfasern ist, liegt im Ermessen eines jeden Finnenbauers und hängt natürlich vom Einsatzbereich ab.
Gruß Lars
Lessacher
18.04.2011, 14:15
Karbon allein ist nicht zu spröde,ich bau ja nur 100% Karbon. Gewußt wie!. Wolfgang
Lessacher
18.04.2011, 14:17
teenie: ich bau die Boxen mit dem Blatt zusammen. Daß Kohle allein bricht ist nicht wahr. Wolfgang
teenie: ich bau die Boxen mit dem Blatt zusammen. Daß Kohle allein bricht ist nicht wahr. Wolfgang
Ist auch meine Meinung, das 100% Carbon nicht schlechter sein muss als Glass/ Carbon (hatte ich doch auch so geschrieben?)
100% Carbon hat ja eh keiner, denn es ist ja auch noch Harz dabei... ;-)
Stimmt, bei meiner Lessacher Grass war der Kopf auch mit dem Blatt
per Carbon verbunden...
Grüße
teenie
watermonstertje
18.04.2011, 14:48
Karbon ist ca. 6x wie teuer statt glass und karbon ist auch swchieriger zu verarbeiten (extra teuer wie glass und deswegen ist das karbon auch an die Außenseite nicht ganz bis trailing und leading edge durchgesetzt) so naturlich versuchen sie so wenig moglich karbon da rein zu stecken. Sie haben es erstmal versucht ohne Karbon aber das hat ja nicht funktioniert! Warum ein teueres material anwenden weil es nicht notig ist.
Winheller-Prototypes
18.04.2011, 15:34
Hallo Wolfgang,
deine "kleinen Finnen" Twisten und Flexen ja auch nicht! ;-)
Lessacher
18.04.2011, 17:40
Sind also härter und brechen trotzdem nicht.Wolfgang
bernie b
18.04.2011, 17:50
Ich glaube aber nicht das ein reiner Carbonverbundstoff wie z.b. beim Monocoque im Rennwagen richtig ist.
Eher doch das CFK Verbundteil wie es beim Airbus A380 Flügel genutzt wird.
Ich möchte nicht wissen wie dick die Flügelwandungen sonst werden müßten um sicher zu stellen das sie bei Schwingungen (dieses tuen sie nun mal, ähnlich wie Finnen)sonst nicht einfach abbrechen würden.
Von explodierenden Kosten will ich überhaupt nicht reden.
Lessacher
18.04.2011, 18:59
Wenn Du der Meinung bist,bitte.Je mehr so denken,desto lieber sollt es mir sein.Nur könnte ich Dir beweisen,daß Du nicht recht hast. Wolfgang
bernie b
18.04.2011, 19:08
Nur könnte ich Dir beweisen,daß Du nicht recht hast. Wolfgang
Immer gerne!
bernie_a74
18.04.2011, 19:32
Hallo,
bei Slalomfinnen verwendet man immer eine Matrix aus Glas- und Kohlefasern!
Beispiel: man baut eine Brücke aus Beton. Erst durch eine Armierung mit Stahl wird die Konstuktion fest und stabil. Das gleiche gilt auch für Kohlefaser-Bauteile, die einer ständigen statischen Belastung (Dauerschwingfestigkeit) ausgesetzt sind. Carbon alleine ist viel zu "spröde". Erst durch den Mix mit Glasfasern (wesentlich höherer E-Modul) erreicht eine Finne die notwendige Haltbarkeit.
Wie hoch jedoch der jeweilige Anteil an Kohle- oder Glasfasern ist, liegt im Ermessen eines jeden Finnenbauers und hängt natürlich vom Einsatzbereich ab.
Gruß Lars
Wahnsinn was hier abgeht, Kohlefaserkonstruktion mit Beton zu vergleichen. "Spröde" ist definitiv KEIN Nachteil, solange die Finne nicht überlastet wird (Sprich Bodenkontakt). Spröde Werkstoffe, setzen allerdings gute Konstruktion und Verarbeitung voraus.
@Wolfgang L. Carbon ist schon spröde, bei guten Finnen ist die Eigenschaft "spröde" aber vollkommen egal.
bernie_a74
18.04.2011, 19:35
Monocoque im Rennwagen richtig ist.
Eher doch das CFK Verbundteil wie es beim Airbus A380 Flügel genutzt wird.
Ähm....Monocoque Rahmen in der Formel 1 sind ein CFK-Verbundteil.
bernie b
18.04.2011, 20:00
Ähm....Monocoque Rahmen in der Formel 1 sind ein CFK-Verbundteil.
ich will eine Carbonfinne die sich in bestimmten Bereichen besonders biegt(ohne zu brechen), die bieten mir bestimmte Hersteller an, darunter Lars.
Wollte ich eine Finne mit den Eigenschaften wie ein Monocoque(keine Verformung bis zum Bruch) so wie Wolfgangs Finnen würde ich mir diese kaufen.
bin auch freund des kontrollierten flöexes, carbon ist fein, aber auch glas dyneema, aramid können in laminaten sinnvoll sein - je nach anwendung auch holz.
100% carbon bei sportartikeln - da fällt mitr jetzt fast nix ein wo das meine ideallösung wäre
aber jeder wie er will, gottseidank sind subjektive meinungen möglich
bernie_a74
18.04.2011, 22:24
ich will eine Carbonfinne die sich in bestimmten Bereichen besonders biegt
Wozu?
Was würdest du tun wenn es eine Finne geben würde, die ohne sich zu verbiegen die bessere Fahreigenschaften für deine Zwecke haben würde?
Gibt es einen Grund warum du eine Carbon-Finne haben möchtest? G10 verbiegt sich auch ganz gut.
bernie_a74
18.04.2011, 22:29
100% carbon bei sportartikeln - da fällt mitr jetzt fast nix ein wo das meine ideallösung wäre
Überall dort wo es dem Sportler wichtig ist, Gewicht auf Teufel komm raus reinzusparen und wo Preis und auch Empfindlichkeit keine Große Rolle spielen. Ich habe z.B. Skatig-Stecken aus 100% Carbon. Auch meine Surf Masten sind 100% Carbon und es stört mich nicht. Auch Fahradrahmen aus 100% Carbon sind ganz gut.
Lessacher
19.04.2011, 07:27
Bernie! Hast alles toll beschrieben. Warum Karbon,G10 verbiegt sich auch ganz gut. Ja,aber Karbon reagiert schneller. Wolfgang
Moin,
hier gehts ab...
100% Carbon ist z.B. bei Fahrradrahmen durchaus i nder Lage 'ordentlich' zu flexen und 'ewig' zu halten, v.a. im Vergleich zu Alurahmen. Von Cannondale gibts nen bike mit 'federnden' Carbon Hinterbaustreben. Die brechen auch nicht.
Ich bin mir nicht sicher, ob Wolfgang auch Formula- Finnen baut? Evtl. könnte es ja sein, das die Weisheit eine Finne sollte 'arbeiten' v.a. von den langen Formula- Finnen kommt? Vielleicht sind bocksteife Slalomfinnen 'besser' also 'schneller', wer weiss das schon?
zumindest ist es eine Mär, dass 100% Carbon- Artikel immer gleich brechen müssen oder untauglich sind, das ist schlicht falsch. Klar ist jedoch ebenso, dass diese Artikel entsprechnd aufwändig in der Konstruktion und Herstellung sind, da Fehler in der Carbonverarbeitung sich schnell bemerkbar machen.
Grüße
teenie
Lessacher
19.04.2011, 09:21
Kein Geld in Karbon investieren wollen und dann Märchen erfinden. Klar ist Flex bei Formulas wichtig. Da ich wenig Finnen über 40cm baue kann ich
nicht allzuviel schreiben. Da Flex und Twist ab da Vorteile bringen ,müßte ich für mich mal probieren. Beim Angleiten ja, Topspeed eher nicht.
Also probieren. Wolfgang
Winheller-Prototypes
19.04.2011, 09:41
Hallo Wolfgang,
ich habe letztes Jahr mal eine 70er Formula-Finne in Vollcarbon gebaut- bocksteif! Diese Finne gleitet weder gut an, noch läuft sie Höhe, von der Kontrolle ganz zu schweigen! Um es deutlich zu sagen: mit dem Ding hätte ich mir fast die Füße gebrochen... Wer das nicht glaubt kann gerne mal eine Runde damit fahren...
Soviel also zum Thema Carbonanteil... Ohne Glas geht es schlichtweg gar nicht, Finnen in diesen Längen zu bauen die am Tip 30-35cm wegbiegen.
Bei Slalomfinnen verhält es sich ähnlich. Je Länger die Finne, umso mehr muss sie twisten und flexen. Die Grenze liegt hier bei etwa 40cm Tiefgang.
Interessant wäre jetzt allerdings mal auszuprobieren, wie sich eine Formulafinne mit Konkaven verhält... ;-)
Gruß Lars
Überall dort wo es dem Sportler wichtig ist, Gewicht auf Teufel komm raus reinzusparen und wo Preis und auch Empfindlichkeit keine Große Rolle spielen. Ich habe z.B. Skatig-Stecken aus 100% Carbon. Auch meine Surf Masten sind 100% Carbon und es stört mich nicht. Auch Fahradrahmen aus 100% Carbon sind ganz gut.
skate stöcke bin ich bei dir
fahrradrahmen würde ich etwas dyneema dazunehmen um die vibrationen zu dämpfen ( strassenrahmen), bei mtb rahmen aufschlagzonen etwas verstärken mit glas umd abriebzonen zu schaffen und erste risse interlaminar zu stoppen
surfmasten - ja, 100% carbon ist fein, aber bei bruchanfälligen wäre evtl etwas aramid oder dyneema nicht schlecht um die gebrochenen teile beisammen zu halten und die sekundärschäden zu reduzieren
finnen sollten mMn flex - warum - bin freund der bionik - jede flosse, jeder flügel flext, jede flugzeugtragfläche, eigentlich jedes technische bauteil. da wir beim windsurfen eh schon keine federung haben glaube ich dass twist und flex im rigg und entgegengesetzt auch an der finne sehr gut für die fehlertoleranz oder den fahrkomfort sind.
zum kernmaterial
nachdem die inneren schichten ja eher schubspannungen übertragen seh ich carbon da ned so besonders effizient, ich würde da auch an hohlglasfasern denken oder auch holz wie es sehr gut im blatt von hockeyschlägern funktioniert.
vollcarbon - hockeyschläger sind derzeit auch grenzwertig - superleicht, aber brüche ohne ende und ellbogenleiden chronischer art ( tennisarm)
Lessacher
19.04.2011, 12:07
Mit den Hohlglasfasern liegst Du nicht verkehrt. Ich wickle Karbonfäden mit Harz in Keramikpulver ,wennsie hart sind ist Röhrchenwirkung da.
Wolfgang
Christian Graßmann
19.04.2011, 12:12
Hallo,
ich baue seit einigen Jahren Formula Finnen. Dabei musste ich auch relativ viel Lehrgeld zahlen. Die ersten Finnen waren zu 100% aus CFK. Zunächst waren die Teile viel zu steif. An abbrechen nicht zu denken, dafür aber auch kein "Lift". Danach Versuche mit CFK/GFK. Das Ergebnis war schon etwas besser aber lange noch nicht zufriedenstellend.
Seit 2 Jahren experimentiere ich mit verschiedenen Faser-Lagen-Designs und komme schön langsam meinem Idealbild näher. Auslöser war damals eine Kashey Finne die mir Steve Allen in Podersdorf gezeigt hatte. Ich kannte bislang nur Hurricane und Deb. Das war eine ganz andere Welt. Wie eine gebrochene R17 Proto aussieht kann man auf dem Bild erkennen – hier laufen auch sehr viele Lagen in 0/90°. Ich denke das ist nicht ideal.
Ich bin sehr davon überzeugt dass für eine Formulafinne ein hoher CFK Faktor die richtige Wahl ist, nur muss halt die Faserrichtung auch korrekt gewählt werden. Die Aussage von Wolfgang kann ich nur unterstreichen. Das Rückstellverhalten von CFK ist deutlich besser als das von GFK. Deshalb arbeiten 100% CFK Masten auch wesentlich besser / schneller als GFK – der Einsatz von 100% CFK ist nicht nur eine Sache des Gewichts. Durch die unterschiedlichen E-Module von e-Glas und CFK kann sich rasch eine Überlastung der CFK Fasern einstellen. Noch dazu wenn diese nur äußerlich – eher zu Showzwecken – eingesetzt werden. Die e-Glas Lagen stellen dann nur einen besseren Kern zur Abstützung der CFK Fasern dar.
Bei den Starboards wurde mir mal eine Drake Finne mitgeliefert. Diese riss der Länge nach auf. Ich hab das Teil dann abgeschnitten und geschliffen. Da war tatsächlich nur 1 Lage CFK drin/drauf. Der Rest e-Glas und in der Mitte ca. 2mm nur Harz.
Ich habe eine 100% CFK Finne mit 0/90° Faserausrichtung gebaut. Die ist mir direkt am Übergang zur DTB gebrochen. Das hätte ich niemals erwartet, denn das Teil war sehr sauber verarbeitet - keine Lunker - Temperkurve eingehalten etc...
Jetzt lege ich die Fasern über die gesamte Länge in unterschiedlichen Winkeln. Dadurch arbeiten die Finnen deutlich besser und das Flexverhalten kann durch die Faserlagen gesteuert werden. Mittlerweile flexen die Finnen im unteren Drittel relativ stark und erzeugen so den gewünschten "Lift". Twist ist bei Formulafinnen eher unerwünscht, daher sind die Teile richtig bocksteif bei Torsion.
Am Donnerstag geht es wieder an den Lago - und dann werd ich den neuesten Stand testen - bin schon gespannt!
Christian Graßmann
19.04.2011, 12:14
noch ein paar Bilder...
skate stöcke bin ich bei dir
fahrradrahmen würde ich etwas dyneema dazunehmen um die vibrationen zu dämpfen ( strassenrahmen), bei mtb rahmen aufschlagzonen etwas verstärken mit glas umd abriebzonen zu schaffen und erste risse interlaminar zu stoppen
surfmasten - ja, 100% carbon ist fein, aber bei bruchanfälligen wäre evtl etwas aramid oder dyneema nicht schlecht um die gebrochenen teile beisammen zu halten und die sekundärschäden zu reduzieren
finnen sollten mMn flex - warum - bin freund der bionik - jede flosse, jeder flügel flext, jede flugzeugtragfläche, eigentlich jedes technische bauteil. da wir beim windsurfen eh schon keine federung haben glaube ich dass twist und flex im rigg und entgegengesetzt auch an der finne sehr gut für die fehlertoleranz oder den fahrkomfort sind.
zum kernmaterial
nachdem die inneren schichten ja eher schubspannungen übertragen seh ich carbon da ned so besonders effizient, ich würde da auch an hohlglasfasern denken oder auch holz wie es sehr gut im blatt von hockeyschlägern funktioniert.
vollcarbon - hockeyschläger sind derzeit auch grenzwertig - superleicht, aber brüche ohne ende und ellbogenleiden chronischer art ( tennisarm)
Moin,
theoretisch ist es einfach, bestimmte eigenschaften der materialien 'ideal' miteinander zu kombinieren. Sprich schlagzäh an der Aussenhaut (z.B. eines MTB Rahmens) aber dennoch leicht, steiff und langlebig in der Grundstruktur.
Ich kann mir jedoch vorstellen, nicht nur das was Christian hier aus dre Praxis wiedergibt, das die crux darin liegt, die Vorteile beider Materialien zu kombinieren und nicht die Nachteile!
Das stelle ich mir schwieriger vor, als mit den unterschiedlichen Gelegeausrichtungen die gewünschten Eigenschaften zu erzeugen.
Obwohl, natürlich auch dann die E- module z.B. in einer Richtung sehr unterschiedlich sind.
Früher gabs doch mal so Schaumfinnen, innen Schaummaterial und aussen nur Carbon. Waren mitgeliefert bei meinem Mistral Screamer. Superfinnen, jedoch durfte nix kaputt gehen, sonst Wassereintritt.
Prinzipiell jedoch die richtige Idee, denn Carbon ist unter Zug gut, wozu also Carbon im Kern verbauen?
Grüße
teenie
Totti-Amun
19.04.2011, 13:30
Ich habe das mal probiert mit Vakuumtechnik, ist nicht so ganz einfach... :D Hatte ich das nicht mal ins Forum gestellt? Naja, war mir auch nicht so wichtig mitzuteilen... ;)
Hallo
@Christian Graßmann:
<< Ich habe eine 100% CFK Finne mit 0/90° Faserausrichtung gebaut. Die ist mir direkt am Übergang zur DTB gebrochen. Das hätte ich niemals erwartet …>>
IMHO (ich hab keine Erfahrung im Finnenbau) sind die Fasern in 90° Richtung zur Finnenlängsachse relativ überflüssig. U.U. könnten sie bei der Hauptbelastung von Finnen (i.e. Biegung in Längsrichtung) sogar eine strukturelle Schwächung des Laminats bewirken – man denke da nur an die leichte Spaltbarkeit von Holz quer zur Faserrichtung.
Ich will damit nicht behaupten, dass mit in 0/90° Faserrichtung aufgebaute Finnen generell ungünstige Festigkeitseigenschaften besitzen müssen. Ein reines UD-Laminat in 0° Richtung ist für Finnen sicher unbrauchbar. Aber - die größten Spannungen treten bei einseitig eingespanntem Balken nun einmal im Bereich der Einspannung auf und diese Maximalbelastung sollten die 0° C-Fasern eigentlich optimal aufnehmen (90° hilft da gar nix).
Um den unerwünschten Twist bei Fromulafinnen zu minimieren bieten sich ja nur 45/45° Torsionslagen an - die man ja auch schön auf Christians Fotos erahnen kann.
Bei Formulafinnen stellt die Kombination aus großer Länge und der gewünschten hohen Biegeverformung sicher eine maximale Herausforderung an die Brucheigenschaften (Haltbarkeit) des Laminats dar.
Mein Respekt an alle Finnenbauer.
Gruß Franz
Dr. Spin Out
19.04.2011, 15:59
Prima, endlich mal ein paar qualifizierte Meinungen und Infos mit technisch einwandfreien Angaben!!!
Der Materialmix macht die Musik, bei mir galt immer: 1/3 unten bocksteif und 100% UD Carbonfaseranteil, dann weich auslaufend und dann 1/3 am Tip möglichst weich mit Glas/Aramid und weichem Kern.
Ein oft vernachlässigter Knackpunkt (wie schön die deutsche Sprache das doch wiedergibt!) ist der Festigkeitssprung zum Fuß hin, da ist ein Carbongelege sehr sensibel auf die Lage der Fasern. Hier hilft nur 100% Carbon, der zur Verfügung stehende Querschnitt ist voll auszunützen um eine Überlastreserve von mindestens 100% zu erreichen.
Dann kann Wolfgang mit gutem Gewissen behaupten, seine Finnen brechen nicht (jedenfalls nicht bei normaler Belastung). Wenn man aber mit 300 Kg belastet, dann brechen sie natürlich auch ab.
Die üblichen Belastungen an der Finne :
maximaler statischer Druck des Surfers ca. 50% von seinem Gewicht
maximale dynamische Last etwa das doppelte (beim Absprung)
Die Finne sollte also mindestens 1000 N Druck bei halber Finnentiefe aushalten,
kann man testen, indem man sich bei waagerecht eingespannter Finne einfach draufsetzt.
Hält die Finne das aus, dann ist sie stabil genug.
Hält die Finne das nicht aus, dann hat man ein Problem und evtl ein paar Splitter im Hintern
meint
Dr. Spin Out
bernie b
19.04.2011, 18:22
1.Wozu?
2. Was würdest du tun wenn es eine Finne geben würde, die ohne sich zu verbiegen die bessere Fahreigenschaften für deine Zwecke haben würde?
3.Gibt es einen Grund warum du eine Carbon-Finne haben möchtest? G10 verbiegt sich auch ganz gut.
zu 1:
Hat Lars schon zu geantwortet, von mir noch ein paar Erfahrungen.
Warum nutze ich keine starren Profilriggs? Die Antwort ist die Gleiche.
Weil ich(!!) der begrenzende Faktor bin!
Eine knüppelharte Finne ist in bestimmten Situationen von mir nicht zu kontrollieren(und selbst wenn mit erheblichen Körpereinsatz), will ich das?
Mich totarbeiten kann ich woanders.
zu 2:
Immer her damit, nur muß sie mir auch "gefallen". Und da mir softe Finnen besser gefallen, sehe ich eher schwarz dafür.
Und viel schneller als 47km/h muß sie definitiv sein!
zu3:
Da gibts sogar mehrere!
Ich habe ein Faible für hochwertige Handwerksarbeit, industrielle Massenfertigung stößt mich ab.
Beim betrachten der Carbonfinne assoziiere ich dabei Raumfahrttechnik, Motorsport,etc.
Bei G10 assoziiere ich Billigelektroplatinen made in Taiwan.
Die Carbonfinne kann dieses:
Ohne Glas geht es schlichtweg gar nicht, Finnen in diesen Längen zu bauen die am Tip 30-35cm wegbiegen.
Bei Slalomfinnen verhält es sich ähnlich. Je Länger die Finne, umso mehr muss sie twisten und flexen. Die Grenze liegt hier bei etwa 40cm Tiefgang.
Gruß Lars
Das schaue ich mir gern mal bei einer G10 Finne an.
Ich weiß aus vielen Fahreindrücken das sich weichere Finnen viel vorteilhafter beim Angleiten anstellen, und das ist eines meiner wichtigsten Kriterien.
Gibt auch noch weitere Gründe, die gehen hier aber zu weit.
Da ich nun schon seit langen mit Wolfgangs Finnen am testen bin kann ich für mich sagen das sie für mich nur äußerst bedingt tauglich sind!
Seegras, superflach,; da nutze ich schon eine Seiner Finnen. Je länger diese sind desto schlechter empfinde ich sie im Vergleich zu meinen Finnen, außerdem paßt der Gesamttrimm meiner Kombi nicht mehr. Ich fühle mich verkrampft und unwohl auf dem Board.
Außerdem muß ich viel aktiver fahren(es strengt deutlich mehr an).
Da ich aber Geld dafür bezahle, entscheide ich was mir persönlich entgegenkommt.
Theoretisch könnten Seine Finnen die tollsten Finnen der Welt sein; sei es drum, mich interessiert mein Erlebnis beim fahren , keine trockene Theorie.
Damit können sich Finnenbauer beschäftigen.
bernie_a74
20.04.2011, 22:51
Hi all,
hab da noch was gefunden in Bezug auf mischen von Fasern:
http://www.agm-penig.de/faser.htm
"Hybridlaminate
Den Effekt der Festigkeitsminderung durch vorzeitige Brüche einzelner Fasern trifft man vor allem bei Hybridlaminaten an. Gegenüber der Verwendung nur einer Faserart sinkt die Festigkeit quasi immer ab."
Anbei meine zuletzt gebrochenen Finnen, 1 Select fehlt noch habe ich verbummelt!
Wenn an der Basis zu wenig Carbon ist knacken die bei mir meist nach kurzer Zeit weg.:D
Anbei die Selectfinne die nicht mehr lebt habe die Box leider nicht mehr gefunden.
HangLoose Michi
Dr. Spin Out
21.04.2011, 21:17
Sehr schöner Bruch an der Finnenbasis. Auslöser: Kerbwirkung an der Querschnittsveränderung. Abhilfe: Radius im Übergang oder weicheres Material für die angegossene Box verwenden.
bernie_a74
23.04.2011, 12:28
Danke Michi für diesen "Bilderbuchschadensfall" Danke, Dr. Spin out für die schöne Erklärung. Problem hier ist, dass die Finne von der Struktur her (egal ob Glas oder Carbon) Belastungsspitzen bekommt und im normalen Betrieb leicht "anknackst" Bei Glass schon früher, bei Carbon später. Nur Glass bricht ev. nicht weiter (zäh), ein angeknackstes Carbonteil bricht gleich ganz durch (spröde). Damit Sprödigkeit seine negativen Eigenschaften ausspielen kann, muss es vorher einen kleinen Knacks geben.
Totti-Amun
23.04.2011, 12:38
Ich frage mich momentan eher, warum mir ausser einer Lexanfinne in den 80ern noch nie eine Finne gebrochen ist...
bernie_a74
23.04.2011, 13:12
Vielleicht weil du sie zum surfen verwendest und nicht zum durchfurchen des Meeresgrundes nach dem Beachstart:D
Mir sind auch schon viele Finnen gebrochen (~5 Stk): Ausschließlich Missbrauch
Lessacher
25.04.2011, 10:43
Wenn ihr genau schaut,rechts angeschraubter Adapter. Wolfgang
Heute habe ich meine erste Finne geknackt (in den 35 Jahren, die ich schon surfe):
Drake Race 56cm auf tiefem Raumwindkurs bei einer Geschwindigkeit von 22kn.
(Die GPS-Datei habe ich im entsprechenden Thread hochgeladen)
Erstaunlich viel Karbon ist verbaut, aber wozu die vielen Löcher 1cm tief in der Base
(als helle Querstreifen im Bruchbild zu sehen) dienen, ist mir nicht klar. Sollbruchstelle???
Jedenfalls hatte ich eine nette Schwimmeinlage
9162
Aerialandy
30.04.2011, 20:46
Relativ einfach...
In Thailand bauen sie ein Finnenblade für verschieden Längen, kürzen dann je nach Bestellung und Bedarf passend ab... Bohren die Löcher um für eine spätere Verbindung mit der nachträglich anlaminierten Box - Tuttle, Power oder Deeptuttle Box - zu sorgen... das die Perforierung sich aber als gegenteilig erweist sieht man ja an deinem Bild... ist aber egal... Serienfinnen, speziell in Asien gefertigt sind einfach klarer Billigschrott...
PS: ist ausserdem nicht die erste Drake die ich so abgebrochen sehe...
Nicht immer denken wo (Jim) Drake draufsteht ist auch seine ingenieurtechnische Genialität drin...
Nicht immer denken wo (Jim) Drake draufsteht ist auch seine ingenieurtechnische Genialität drin...
Das war mir schon klar.
Mir fehlte heute einfach nur eine passende Finne, also hab ich das Serienteil benutzt, daß seit Jahren bei mir rumlag. Wird nicht wieder vorkommen. Versprochen.
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